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Jaqueline Scheiber
Autorin
Wann und wieso hast du angefangen dich mit dem Thema Body Politics auseinanderzusetzen?

Das begann bei mir vor etwa 3-4 Jahren, als junge Frau kommt man nicht drum herum sich an irgendeinem Punkt zu fragen, was passiert, wenn ich ungewollt schwanger werde. Auch in meinem Studium wurde das als Thema behandelt. Als Sozialarbeiterin habe ich in meinem späteren Berufsleben oft mit Menschen zu tun gehabt, die einen Schwangerschaftsabbruch vorgenommen haben oder diesen zumindest in Erwägung zogen.

Wieso ist ein offener Zugang zu (Infos über) Schwangerschaftsabbrüche wichtig?

Meiner Meinung nach ist es essentiell, weil es Betroffenen den Druck nimmt und eine Wahlmöglichkeit überlässt. Ich war in meinem Leben auch schon in der Position Sorge zu haben möglicherweise ungewollt schwanger zu sein und es hat mich maßgeblich beeinflusst und beruhigt zu wissen, dass ich mehr als eine Option habe. Dass ich mich über Vorgehensweisen, Kosten und Einrichtungen informieren konnte, hat mir Sicherheit gegeben und Angst
genommen.

Was könnte die Regierung besser machen?

Ganz klar: Schwangerschaftsabbrüche über die Krankenversicherung finanzieren.

In welche Richtung sollte der gesellschaftliche Diskurs über Schwangerschaftsabbruch idealerweise gehen?

Er sollte enttabuisiert werden. Ein Schwangerschaftsabbruch ist immer noch schambesetzt, dabei ist es ein medizinischer Eingriff und eine persönliche Entscheidung. Es herrschen nach wie vor viele Mythen und Annahmen vor, die so in der Form nicht mehr wahr sind. Ich wünsche mir, dass jeder Mensch, eine Idee davon hat, wie ein Schwangerschaftsabbruch abläuft.

Wie kann man Menschen für das Thema Schwangerschaftsabbruch und Recht über den eigenen Körper sensibilisieren?

Vor allem durch Einblicke in den Ablauf, Informationen über Rahmenbedingungen und Kosten. Es ist für Viele auf der Bildoberfläche nicht ersichtlich, was da eigentlich passiert. Das beginnt in der Schulbildung und setzt sich bei Gynäkolog*innen fort. Ich halte es für unerlässlich, Menschen mit einer Gebärmutter früh über ihre Optionen zu informieren und damit auch die Angst zu lindern. Entgegen der Annahme denke ich, dass man sich für einen medizinischen Eingriff in den eigenen Körper nicht leichtfertig entscheidet.